Tipp zum Wochenende – bleibt im Osten

Tipp zum Wochenende – bleibt im Osten

Juli 14, 2019 0 Von Frank Harder

Heute dreht es sich in meinem Tipp zum Wochenende um eine rein private und persönliche Meinung, die nicht jeder teilen (wird) muss. Und zwar ein kurzer Reisebericht aus Hannover mit einer klaren Empfehlung: Hannover selbst ist aus meiner Sicht keine Reise wert.

Als erstes muss ich sagen, dass mir Hannover noch nie richtig gefallen hat. Man kann mit Sicherheit nicht von einer schönen Stadt sprechen. Im Gegensatz zu Leipzig oder Dresden z.B.. Und bevor jetzt gleich die ersten an die Decke gehen, weil das ja erst mit der Wende möglich wurde usw.  Das ist so nicht ganz richtig, allerdings akzeptiere ich natürlich die Tatsachen von “Aufbau Ost” und der Gleichen. Aber nun ist das ja schon eine ganze Weile so und daher sei der AKTUELLE Vergleich erlaubt.

Aber warum ist es so, dass wir von Hannover so gar nicht begeistert waren. Der Reihe nach.

Angekommen sind wir im Central Hotel Kaiser.

(Anmerkung – Bilder können ja so täuschen …)

Freundlichst empfangen und aufs Zimmer begleitet, gar keine Frage. Allerdings gilt das mit der Freundlichkeit nur für die Rezeption. Als wir am späten Abend noch einen Absacker in der hoteleigenen Bar nehmen wollte, brüllte die ausländische Fachkraft hinter dem Tresen:” Bitte ?” Das sollte der Ansporn sein, unsere Bestellung an Getränken ebenfalls durch den ganzen Raum zu brüllen, denn “… kein Service mehr” war die Antwort auf meinen verirrten Blick. Man musste sich selbst an den Tresen bemühen und seine Bestellung aufgeben, darauf warten und mit an den Tisch nehmen. Problem dabei: Wir saßen bereist am Tresen, oder besser gesagt 1 Meter davor. Der Kollege hätte nur ein paar Schritte HINTER seinem Tresen in unsere Richtung machen müssen und wir hätten gesittet und leise unserem Wunsch nach alkoholischen Getränken Ausdruck verleihen können. Das geschah nicht und so trotteten wir wieder ab und gingen ohne Absacker auf unser Zimmer.

Und damit sind wir schon bei einem eigentlichen Problem Hannovers. Die gefühlt hohen Ausländerquote. Denn als wir uns nach dem Pink-Konzert noch eine Currywurst gönnen wollten (Nachts um 11 Uhr) gingen wir auf den vom Hotel aus gleich gegenüberliegenden Bahnhof, denn dieser wurde mit einer riesigen Einkaufsmeile versehen, in der es auch jede Menge Gastronomie gab. Übrigens sah dieser Bahnhof in den 90ern nicht besser aus als der Hauptbahnhof in Leipzig.

Aber egal. Er ist schön geworden. Muss man sagen. Aber wenn Tagsüber jede Menge Polizeiautos am Bahnhof stehen, dann ist das eben gerade NICHT vertrauenserweckend. Und hier sieht man nur die Seite vom Bahnhof….

Aber worauf ich eigentlich hinauswollte war ja der Ausländeranteil. Und der viel uns dann besonders IM Bahnhof bzw. in den gastronomischen Einrichtungen in diesem auf. Denn dort arbeiteten fast AUSSCHLIESSLICH Ausländer, bzw. Menschen mit Migrationshintergrund. Ich fühlte mich eher wie in Istanbul anstatt in einer deutschen Großstadt. Und so war auch das ganze öffentliche Bild geprägt. In der Innenstadt ein Dönerladen am anderen und irgendwelche Läden mit Arabern. Klar, dazwischen auch “normale” Geschäfte, aber eben in überschaubarer Zahl. Und bitte – es war MEIN PERSÖNLICHER Eindruck. Und die Tatsache der Menschen hinter den Verkaufsständen hat nichts mit deren Höflichkeit zu tun. Im Gegenteil. Schnell und höflich sind wir am Abend im Bahnhof bedient worden. Aber es macht einen beklommen, wenn man sich nicht wie in einer Deutschen Großstadt fühlt. Und da ist es in Hannover ja noch nicht mal am Schlimmsten. In “Nordrhein-Westfalen bzw. den großen Städten dort muss das Bild noch viel schlimmer sein. Und ich persönlich kann nur hoffen, dass uns im Osten nicht das gleiche Schicksal ereilt.

Unser Auto hatte ich übrigens im Parkhaus neben Galeriea Kaufhof geparkt. Kein Fahrstuhl. Krass, da muss man mehrere Etagen Treppen steigen. Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, wie erfreut ich war. Und weil ich es gar nicht glauben konnte, habe ich am nächsten Tag extra nochmal gesucht. Aber einen Fahrstuhl ins Parkhaus habe ich nicht gefunden. Lasse mich da gern von einheimischen Lesern belehren, falls ich nur zu doof war einen Aufzug zu finden. Allerdings kenne ich das aus LE so nicht.

Sehr schön war es in den zwei Lokalen, die wir am Abend und am nächsten Morgen besucht haben. Allerdings war der von Google empfohlene Italiener nicht unser Geschmack. Meine Spaghetti Aglio schwammen förmlich im Nudelwasser gemischt mit Olivenöl und sahen auch nicht wirklich wie mit Liebe gemacht aus. Am Abend aber dann im “Max Walloschke” waren wir angenehm überrascht.

Traditionell, urig, nett, und lecker. Von einem Ringer in den 50ern gegründet als eine der ersten Kneipen nach dem Krieg, hält sie sich bis heute und ist ein echter Tipp. Was will man mehr. Essen reichlich und sehr lecker. Wir haben beide unsere Portion Schnitzel NICHT geschafft. Sensationell. Frühstück dann bei Tante Käthe.

Ebenfalls ANDERS als die Anderen. Warum nicht im Hotel ? Weil ich es ablehne für ein Frühstück 19 € pro Nase zu zahlen. Da geh ich lieber in solche Lokale wie eben hier Tante Käthe und lasse mein Geld dort. Frühstück, wie es sein muss und nicht überteuert. Vielen Dank für die Bewirtung sage ich da nur. Super nett und freundlich alle und Extrawünsche auch kein Problem.

Hannover hat halt auch seine Highlights und sehr viele nette Menschen. Aber im Grunde keine schöne Stadt. Die gewöhnliche Städtearchitektur ist von einigen Ausnahmen nicht besonders. Allerdings ist das Rathaus der Hammer. So groß, da fällt einem nichts zu ein. Wow. Aber eben viel Schmutzecken, viele Menschen die schmuddelig rumlaufen (sehr viele), jede Menge Obdachlose und Bettler (Deutsche wie Ausländer), aggressive Autofahrer in hoher “Stückzahl” und vieles mehr, was uns zu dem Schluß kommen ließ: Hier möchten wir nicht leben müssen und hoffentlich bleibt uns diese Entwicklung im Osten erspart. Es hat mit Sicherheit viel mit der Einwanderungspolitik der letzten Jahre zu tun und man bedenke bitte: Es ist eine Landeshauptstadt.

Alles in allem war es kein sehr schöner Aufenthalt vom Allgemeineindruck her. Die Menschen mit denen wir zu tun hatten, können dafür nichts, waren aber alle samt sehr höflich, nett und zuvorkommend. Das viel auf.  Und so war am Ende auch das PINK-KONZERT ein Erlebnis. DIESES jedenfalls ist absolut eine Empfehlung wert …

Das soll es gewesen sein und ich hoffe, dass man den Bericht richtig versteht. Wir sind schon viel rum gekommen und können sehr wohl einschätzen, ob eine Stadt sehenswert ist, oder nicht. Und ob man sich wohl gefühlt hat, oder eben nicht. Hier war es ein krasser Widerspruch zwischen der Stadt selbst, seiner Optik, seiner Sauberkeit oder seiner Architektur auf der einen Seite und den menschen auf der anderen Seite, die wir alle samt aber nur in Verbindung mit Gastronomie und Dienstleistungen kennen gelernt haben. Was der Hannoveraner an sich für ein Mensch ist, vermögen wir nicht zu sagen …